Gedanken eines Normalos

 

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Gedanken eines Normalos






Liebe GEZ

AUS MEINER SICHT

Liebe GEZ

Alle Quartale wieder frohlocke ich ob des Wissens, dass die Beiträge für die öffentlich-rechtliche Berieselung bald wieder ihren warmen Platz auf meinem ach so schwach gefüllten Girokonto verlassen werden.

In früheren Zeiten erinnerte mich dies stets an die moderne Kirche. War es doch sonst immer ein Mann, der Dich von vorne berieselte und Dir sagte, was Du zu tun und zu lassen hast, wie Du Dich zu verhalten hast in welchen Situationen auch immer, ist es heute eine Figur hinter einer Glasscheibe in einem kleinen, neuerdings sogar flachen, Kasten.

Auch in der Kirche, war es angebracht, ohne direkte Vorteile seinen monatlichen Obulus zu entrichten. Ein weiser Mann, an meiner Entstehung nicht ganz unbeteiligt, sagte einst zu mir: „Du hast doch Vorteile. Du kannst ja hingehen und es nutzen.“

So mag es mit dem öffentlich-rechtlichen Programm ebenso sein. Es bietet sich ja die Möglichkeit, das Programm anzusehen. Die Möglichkeit, abends im Park spazieren zu gehen, ohne dafür Parkdurchquerungssteuer zahlen zu müssen, lasse ich nun gerne außen vor und zahle gerne fleissig weiter das von mir Geforderte.

Doch halt! Ist da nicht etwas faul in dieser Rechnung? Habe ich etwas vergessen?

Es bietet sich mir doch eine Option. Das Entrichten meines „Zehnten“ an die Kirche kann ich mir durch einen Austritt sparen, wenn ich denn keine Vorteile für mich sähe.

Doch die öffentlich-rechtlichen Sender lassen dies nicht zu. Stellen sie sich also über die Kirche? Dort habe ich mit meiner Konfirmation mein Ja-Wort zu selbiger Institution gegeben.

Das Unterschreiben eines Knebelvertrages mit einem Vertreter der Ö.-R. entzieht mich allerdings vollstens meiner Kenntnis.

Betrachten wir das Ganze doch einmal aus der Nähe.

Wurden die Ö.-R. noch als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet, ist diese Rechtsform seit 1987 nicht mehr zwingend nötig. Dies entschied das Bundesverfassungsgericht.

Ob die Form zwecks Verniedlichung der eigentlichen Absichten beibehalten wurde, mögen andere beurteilen. Als Fakt bleibt festzuhalten, dass die Ö.-R. durch Zwangsfinanzierungen gespeist werden.

Das Wissen bleibt allerdings, wenn ich den Fernseher einschalten möchte: „Du kannst ja hingehen und es nutzen“

Sicherlich würde es Wochen dauern, hier nun das Programm der Ö.-R. durchzuarbeiten. Zusammenfassend möchte ich daher nur einige Dinge betrachten. Volksmusik entzieht sich völlig meinem Interesse. Reportagen über irgendwelche C-Promi-Höschen ebenso.

Die ständigen Reportagen über Currywürste im mecklenburgischen Wattenmeer sind ungefähr ebenso interessant wie deutsche Krimis mit wechselnden Köpfen in selben Handlungen.

Sicher, auch die privaten Fernsehsender bieten dies an. Der Unterschied ist aber der mangelnde Zahlungszwang. Überlagert mit Werbung, sicher, auch wenn die Ö.-R. zumindest am Vorabend mitziehen. Aber, man muss sich die Werbung ja nicht ansehen.

Wen das Programm der Ö.-R. stört, der muss es sich ja nicht ansehen. So sehe ich mich nun also als falsche Zielgruppe.

Fakt ist, dass der größte Teil der Zuschauer über 50 Jahre alt ist. Fakt ist auch, dass die jüngeren Zuschauer eher die Privaten wählen und in einer Werbepause einmal mehr zum Kühlschrank gehen.

Freudig ist aufzunehmen, dass die Ö.-R. sich dessen bewusst sind. Das Programm soll Jugendlicher werden. Anstatt nun auf jugendbezogene Sendungen im Verhältnis zu den Sendungen für das ältere Klientel zu setzen, werden Volksmusiksendungen und Krimis einfach mit Jüngeren besetzt. Wir sehen über die Tatsache, dass die meisten Zuschauer das Konzept, nicht der Darsteller, stört, freudig hinweg.

Was bleibt, ist die Sportberichterstattung. Traurig muss ich nun zugeben, dass ich nicht zu dem großen prozentualen Anteil der Zahler gehöre, die desweiteren auch Fans des deutschen Rekordmeisters sind. Diese Umstellung gelang mir bisher auch noch nicht, so dass ich mich an den Spielen gegen unterklassige Gegner nicht so ergötzen kann wie manch Anderer.

Der schöne Schlusssatz bleibt: „Wieder gegen Kleinkleckersdorf gewonnen“

Wenn aber schon Spiele, Berichterstattungen und Kommentatoren diesem Verein so huldigen, wollen wir ihnen ihren Spaß auch nicht nehmen. Und schalten die Zuschauer ab, kann ein Stromausfall ein Zurückschalten immer recht schnell bewirken.

Ich hoffe, mein Verein darf in der nächsten Runde gegen diese Mannschaft spielen. Dann darf ich sie auch mal live sehen.

Wir halten fest:

Viele Zuschauer würden die Ö.-R. unterstützen – mit einem anderen Konzept.

Zuschauerfreundlicher, variabler, neutraler.

Da diese Tugenden zur Zeit noch heftig Gegenwind vom Kommerz bekommen, zahle ich weiter meinen Beitrag an Euch.

Und dies mache ich gerne.

Warum? Weil die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) nichts dafür kann. Sie machen nur ihre Arbeit. Im Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen.

Und was soll ich mit 200 Euro im Jahr sonst machen. Vielleicht in die Entwicklung eines neuen Fernseher stecken. Mit Münzeinwurf für öffentlich-rechtliche Programme.

15.1.08 14:19
 



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