Gedanken eines Normalos

 

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Gedanken eines Normalos






Liebe U-Bahnfahrer

AUS MEINER SICHT

 

Liebe U-Bahnfahrer

 

Manch einer sieht den Dschungel als Abenteuer, die Wüste oder auch das Gebirge. Nervenkitzel, Angstzustände und Grenzen als Ausgleich zum ach so harten Alltag.

Doch all dies findet sich heutzutage direkt vor der Haustür. Für uns U-Bahnfahrer. Abenteuerlich klingen die Worte der regionalen und überregionalen Medien. Und auch mancher Politiker, vom Verteidigungs- schnell zum Angriffsminister mutiert, verliert die Fassung.

Quasi hinter jeder Litfaßsäule könnte heute ein Jugendlicher auf Rentnerjagd stecken. Steckt in jedem Jugendlichen ein Lump? Wohl kaum.

Bevor nun die nächste Fahrt mit der U-Bahn naht und ich mich verteidigungsbereit mit Helm und Schild wie ein alter Wikinger in Richtung Haltestelle aufmache, staune ich noch ein wenig über die Vorschläge der weisungsbefugten Volksvertreter.

Hierzu kurz die Definition "Volksvertreter". Ein Volksvertreter ist ein junger, motivierter Mensch, aufgrund Abitur sicher etwas Besseres als die Masse, der, als Stimme des Volkes gewählt, so schnell mit Diäten, Bezügen und finanziellen Ansprüchen überhäuft ist, dass er sich in Zukunft selbst vertritt.

 

Nun also der Vorschlag, der böse Jugendliche in Erziehungscamps, Mindestalter der Strafmündigkeit soll runter, "Kids ins Kittchen", Führerschein weg, Jugendstrafen sollen erhöht werden.

Nett, was auf dem Papier forderbar ist. Nett auch, wie alles von anderen Parteien pauschal abgelehnt wird.

Es lässt sich festhalten, viel wird gesprochen, getan wird nichts. Die Frage, ob einem Jugendlichen mit 50 Straftaten immer noch mit Aussicht auf Besserung geholfen werden kann, bleibt unbeantwortet

Was bringen härtere Strafen, die niemand ausspricht? In einem Land, wo lebenslänglich nur 15 Jahre bedeutet? Und in dem Steuerhinterzieher härter bestraft werden als Gewalttäter?

Was bleibt ist die Angst des kleinen Bürgers. Ich geh dann mal. U-Bahn fahren.

 

15.1.08 13:40


Lieber Polizist

AUS MEINER SICHT

 

Lieber Polizist

 

Es regnet wieder einmal. Ich drücke mich von Ladenmarkise zu Ladenmarkise, bloß, um einen trockenen Fleck zu erwischen.

Mitten auf dem Marktplatz schaut ein Wachtmeister nach dem Rechten. Durchnässt, doch pflichtbewusst dreht er seine Runden. Er zeigt Präsenz, ist ansprechbar für uns kleine Bürger.

Also spreche ich ihn an, biete ihm den trockenen Platz neben mir unter der Markise eines Schuhladens.

Ein wohl kaum älter als 12 Jahre scheinender Junge geht an uns vorbei und ruft dem Polizisten ein fröhlich-gehässiges "Bis zum nächsten Mal" zu.

Wie ich erfahre, hatte der Polizist den Jungen am Morgen festgesetzt. Ladendiebstahl. Zum 3 Mal alleine diesen Monat. Und die Eltern bleiben unbeeindruckt.

Arme Sau, dieser Polizist. Diese Wortwahl, sicherlich nicht nett, jedoch zutreffend und keinesfalls beleidigend, sondern lediglich bemitleidend gemeint.

Diese und viele andere Urteile und Folgen unser Rechtsprechung dienen als Frusterlebnis für jeden braven Polizisten, der uns hilft, uns unterstützt, für uns kleine Bürger da ist.

Hinzu kommt die Personalsituation. Überstunden und Zusatzeinsätze sind für die Beamten an der Tagesordnung. Sicher, es gibt zu wenig Polizisten, aber bei einem Blick auf das Anforderungsprofil wundert das niemanden mehr.

Niemand scheint zu merken, dass junge Menschen, die diesen Anforderungsprofilen gerecht werden sicherlich etwas Besseres vorhaben, als tapfer ihren Hintern hinzuhalten, wenn es wieder einmal brenzlig wird.

Aber Abiturienten sind bekanntlich die besseren Menschen. Schon bei der Bundeswehr setzt sich das Fachidiotentum zusehends durch, warum nicht auch hier. Abschaffung des mittleren Dienstes in vielen Bundesländern sorgt sicher nicht für Entlastung.

Unter gewissen Umständen kann ein Realschüler in den Club der besseren Menschen aufsteigen. Test bestehen, Abitur nachholen. 2 Jahre ohne Bezahlung.

Verzeihung, Herr Polizist, ich würde Ihnen gerne helfen. Aber ich habe eine Familie zu ernähren. Und habe nur Lebens- und Führungserfahrung zu bieten.

 

Ohne Umdenken keine Unterstützung. Die Sonne kommt durch. Bis zum nächsten Mal, Herr Gendarm.

15.1.08 13:40


Lieber FC Bayern

AUS MEINER SICHT

 

Lieber FC Bayern

 

Interessant wird es immer dann, wenn man etwas Besonderes geschafft hat. Nicht unbedingt ein Titel muss es sein, sondern auch ein Bild nach außen hin.

Man hasst Bayern, man liebt Bayern. Ein Mittelmaß schwer vollstellbar. Nun kommen zu eben jenem Hass auch eine gehörige Ration Respekt hinzu. Und diesen muss man sich erst verdienen.

In Sachen Jugendarbeit, Vereinsführung, Marketing und sportlichen Erfolgen ist der FC Bayern schwer zu übertreffen. National sowieso. In Sachen Arroganz allerdings auch nicht. Doch wenn die nötige Portion Arroganz erfolgreich macht, wen kümmern Neider und Spotter.

 

Die nächste Stufe des Erfolgs soll nun also die Umwandlung des FC Bayern in die Nationalmannschaft sein, wahrscheinlich gar in eine Weltauswahl. Die Frage, ob dies nicht bereits der Fall ist, lasse ich unbeantwortet.

 

Es werden Spieler gekauft, bei denen eine Eingliederung schnell möglich ist, da Talent und auch oben genannter Punkt bereits vorhanden sind. Zumindest bis heute ist von der Taktik, für den Verein nutzlose Spieler zu kaufen, um andere Vereine zu schwächen, für dieses Jahr noch nicht ersichtlich. Vielleicht muss der eine oder andere Spieler im Pokal noch ein Tor schiessen, um auf die Bank zu kommen.

Zugabe ist der neue Übungsleiter, der aufgrund seines hohen Sympathiepotenzials so gar nicht passen mag. Vielleicht auch ein Schritt mehr für einen positiven Ruf. Auch wenn fraglich ist, wer denn in Zukunft für den Teamchef das Training regeln wird.

 

Der FC Bayern wird stärker und besser. Aufzuhalten? Immer schwieriger. Freuen wir uns auf die wenigen Male des Beinstellens.

15.1.08 14:01


Lieber Troll

AUS MEINER SICHT

 

Lieber Troll

 

Früher war der Name Besserwisser, die heutige Welt der Moderne vergibt den Namen "Troll". Gemeint ist der Mensch, der nahezu unglaubliche Kräfte freisetzt, um Mitmenschen in Internetforen seine Meinung aufzudrängen.

Massives Übergehen fremder Meinung gepaart mit dauernden Wiederholungen der Eigenen mag man sie leicht mit Spam vergleichen.

Doch wollen wir dem Spam hier kein Unrecht tun. Spam ist human und lässt sich mittels Technik vermeiden. Ein Trollfilter hingegen ist deutlich schwieriger einzurichten.


Der Troll, Eiterpickel der Gesellschaft, ist anfangs klein und verdeckt. Schwierig wird es erst bei einem Zusammentreffen mit der guten Seele eines Forums. Jeder kennt die zartbesaitete Forenmutti, die sanft argumentierend die Geschicke selbigens leiten möchte und dem Troll so eine Menge Futter gibt. So wird er größer und größer, bis er schließlich platzt oder ausgequetscht wird.

Letzteres durch einen "Kick", ersteres durch ein totales Zerstören des Forenfriedens, bis er, wie schon die Außerirdischen in "Independence Day", zum nächsten Forum weiterwandert.

Dich Troll zu ignorieren hilft ungemein. Man möchte Dir jedoch zurufen: "Draußen ist, wo Luft ist"

15.1.08 14:17


Liebe GEZ

AUS MEINER SICHT

Liebe GEZ

Alle Quartale wieder frohlocke ich ob des Wissens, dass die Beiträge für die öffentlich-rechtliche Berieselung bald wieder ihren warmen Platz auf meinem ach so schwach gefüllten Girokonto verlassen werden.

In früheren Zeiten erinnerte mich dies stets an die moderne Kirche. War es doch sonst immer ein Mann, der Dich von vorne berieselte und Dir sagte, was Du zu tun und zu lassen hast, wie Du Dich zu verhalten hast in welchen Situationen auch immer, ist es heute eine Figur hinter einer Glasscheibe in einem kleinen, neuerdings sogar flachen, Kasten.

Auch in der Kirche, war es angebracht, ohne direkte Vorteile seinen monatlichen Obulus zu entrichten. Ein weiser Mann, an meiner Entstehung nicht ganz unbeteiligt, sagte einst zu mir: „Du hast doch Vorteile. Du kannst ja hingehen und es nutzen.“

So mag es mit dem öffentlich-rechtlichen Programm ebenso sein. Es bietet sich ja die Möglichkeit, das Programm anzusehen. Die Möglichkeit, abends im Park spazieren zu gehen, ohne dafür Parkdurchquerungssteuer zahlen zu müssen, lasse ich nun gerne außen vor und zahle gerne fleissig weiter das von mir Geforderte.

Doch halt! Ist da nicht etwas faul in dieser Rechnung? Habe ich etwas vergessen?

Es bietet sich mir doch eine Option. Das Entrichten meines „Zehnten“ an die Kirche kann ich mir durch einen Austritt sparen, wenn ich denn keine Vorteile für mich sähe.

Doch die öffentlich-rechtlichen Sender lassen dies nicht zu. Stellen sie sich also über die Kirche? Dort habe ich mit meiner Konfirmation mein Ja-Wort zu selbiger Institution gegeben.

Das Unterschreiben eines Knebelvertrages mit einem Vertreter der Ö.-R. entzieht mich allerdings vollstens meiner Kenntnis.

Betrachten wir das Ganze doch einmal aus der Nähe.

Wurden die Ö.-R. noch als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet, ist diese Rechtsform seit 1987 nicht mehr zwingend nötig. Dies entschied das Bundesverfassungsgericht.

Ob die Form zwecks Verniedlichung der eigentlichen Absichten beibehalten wurde, mögen andere beurteilen. Als Fakt bleibt festzuhalten, dass die Ö.-R. durch Zwangsfinanzierungen gespeist werden.

Das Wissen bleibt allerdings, wenn ich den Fernseher einschalten möchte: „Du kannst ja hingehen und es nutzen“

Sicherlich würde es Wochen dauern, hier nun das Programm der Ö.-R. durchzuarbeiten. Zusammenfassend möchte ich daher nur einige Dinge betrachten. Volksmusik entzieht sich völlig meinem Interesse. Reportagen über irgendwelche C-Promi-Höschen ebenso.

Die ständigen Reportagen über Currywürste im mecklenburgischen Wattenmeer sind ungefähr ebenso interessant wie deutsche Krimis mit wechselnden Köpfen in selben Handlungen.

Sicher, auch die privaten Fernsehsender bieten dies an. Der Unterschied ist aber der mangelnde Zahlungszwang. Überlagert mit Werbung, sicher, auch wenn die Ö.-R. zumindest am Vorabend mitziehen. Aber, man muss sich die Werbung ja nicht ansehen.

Wen das Programm der Ö.-R. stört, der muss es sich ja nicht ansehen. So sehe ich mich nun also als falsche Zielgruppe.

Fakt ist, dass der größte Teil der Zuschauer über 50 Jahre alt ist. Fakt ist auch, dass die jüngeren Zuschauer eher die Privaten wählen und in einer Werbepause einmal mehr zum Kühlschrank gehen.

Freudig ist aufzunehmen, dass die Ö.-R. sich dessen bewusst sind. Das Programm soll Jugendlicher werden. Anstatt nun auf jugendbezogene Sendungen im Verhältnis zu den Sendungen für das ältere Klientel zu setzen, werden Volksmusiksendungen und Krimis einfach mit Jüngeren besetzt. Wir sehen über die Tatsache, dass die meisten Zuschauer das Konzept, nicht der Darsteller, stört, freudig hinweg.

Was bleibt, ist die Sportberichterstattung. Traurig muss ich nun zugeben, dass ich nicht zu dem großen prozentualen Anteil der Zahler gehöre, die desweiteren auch Fans des deutschen Rekordmeisters sind. Diese Umstellung gelang mir bisher auch noch nicht, so dass ich mich an den Spielen gegen unterklassige Gegner nicht so ergötzen kann wie manch Anderer.

Der schöne Schlusssatz bleibt: „Wieder gegen Kleinkleckersdorf gewonnen“

Wenn aber schon Spiele, Berichterstattungen und Kommentatoren diesem Verein so huldigen, wollen wir ihnen ihren Spaß auch nicht nehmen. Und schalten die Zuschauer ab, kann ein Stromausfall ein Zurückschalten immer recht schnell bewirken.

Ich hoffe, mein Verein darf in der nächsten Runde gegen diese Mannschaft spielen. Dann darf ich sie auch mal live sehen.

Wir halten fest:

Viele Zuschauer würden die Ö.-R. unterstützen – mit einem anderen Konzept.

Zuschauerfreundlicher, variabler, neutraler.

Da diese Tugenden zur Zeit noch heftig Gegenwind vom Kommerz bekommen, zahle ich weiter meinen Beitrag an Euch.

Und dies mache ich gerne.

Warum? Weil die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) nichts dafür kann. Sie machen nur ihre Arbeit. Im Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen.

Und was soll ich mit 200 Euro im Jahr sonst machen. Vielleicht in die Entwicklung eines neuen Fernseher stecken. Mit Münzeinwurf für öffentlich-rechtliche Programme.

15.1.08 14:19


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